Apistogramma

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Wichtigstes in Kurzform

Wasserwerte:

pH 5,5-8,0

Temperatur 23-27°C

Beckenaufbau:

min. Länge 80cm

reich strukturiert

Sand, Unterstände

Corydoras sp. C121

Diese attraktive Skurilität unter den Panzerwelsen besitzt eine transparente Knochenplatte hinter den Kiemendeckeln. Diese wirkt wie ein Fenster in das Innere des Fisches, und durch den Blick auf das Muskelgewebe entsteht der Eindruck eines dunklen Flecks.



Entdeckt!

Zum ersten Mal sah ich diesen wunderschönen Panzerwels am 10.01.2004 in einer Hamburger Filiale einer großen Zoohandelskette – angeboten als Corydoras adolfoi. Auf den Hinweis, dass dies wohl keine C. adolfoi seien, bekam ich die Antwort, dass es sich sicher um diese Art handele, sie würden sie immer so bekommen ... Auch im Internet konnte mir nicht weitergeholfen werden. Gut einen Monat später wurde der Fisch dann als C121 in der Märzausgabe der Datz vorgestellt. Die Tiere stammen lt. Hans-Georg Evers (mündliche Mitteilung) aus dem oberen Rio Negro – Einzug im Bundestaat Amazonas/Brasilien.



Haltung

Die Tiere im Geschäft schienen eine ziemlich ungleiche Geschlechterverteilung zu haben, es waren nur 3 Tiere eindeutig als Männchen auszumachen. Diese und 4 Weibchen kamen in die Tüte und bezogen nach der Quarantäne die linke Hälfte eines mit Matte geteilten 120x40x40-Aquariums. In diesem Teil befindet sich der Auslauf des HHMF, so dass eine Strömung im Becken herrscht. Eingerichtet wurde das Becken mit sehr feinem Sand als Bodengrund, einer Wurzel unter der sich die Fische zurückziehen können sowie einigen Echinodoren in Tontöpfen als Bepflanzung.

Corydoras sp. C121

Da ich ausschließlich Fische pflege, die sehr weiches Wasser bevorzugen, verwende ich in allen meinen Aquarien fast reines Osmosewasser. So betrug auch der Leitwert in diesem Becken ca. 20µS. Die Tiere fühlten sich offenbar wohl und nahmen alles Ihnen angebotene Futter (Frostfutter: Artemia, schwarze+weiße Mückenlarven, verschiedenes Lebendfutter sowie Granulat) problemlos an. Bevorzugt wurden eindeutig lebende Wasserflöhe, gefolgt von Artemia.



Zucht

Sofern man das Glück hat, einmal an selten angebotene Tiere heranzukommen, sollte man sich um die Nachzucht bemühen. Also ans Werk: Als Laichsubstrat kamen ein Laichmob aus Kunststoffwolle sowie etwas Javamoos zum Einsatz. Gefüttert wurde reichlich und häufig Lebendfutter, die Welse – vor allem die Weibchen – wurden immer fülliger. Ein Treiben war nicht zu beobachten. Ein halbes Jahr lang probierte ich vieles aus, um die Tiere zum ablaichen zu bewegen, wie z.B. starke Abkühlung, häufiger Wasserwechsel, Änderung der Strömungsverhältnisse. Meine Hoffnungen schwanden und ich wollte die Tiere schon abgeben, behielt sie dann eher aus Zufall aber doch.

Am 23.11.2004 verbrachte ich einen Urlaubstag zuhause und schaute so gegen 11 Uhr in das Becken: heftiges Treiben! Alle Welse schwammen in 5-10cm Höhe über dem Bodengrund frei im Wasser. Die Männchen standen teils regelrecht auf der Stelle, wozu sie die Pectoralen und die Caudale verwendeten. Wenn ein Weibchen vorbeischwamm, wurde sie sofort verfolgt. Insgesamt waren die Tiere erheblich aktiver, als sie je zuvor waren. Bis zu zwei Männchen gleichzeitig verfolgten ein Weibchen, mehr vermutlich nicht aufgrund der geringen Männchenzahl. Nach der obligatorischen T-Stellung ging das Weibchen, meist immer noch von Männchen verfolgt, auf die Suche nach einem geeigneten Ablageplatz für das eine zwischen Ihren Bauchflossen eingeklemmte Ei. Bevorzugte Ablageplätze waren die Unterseite der Blätter sowie die Aquariumscheibe (je 1/4). Der weitaus größte Teil – ca. 50% - wurde jedoch in das Javamoos abgelegt, der Laichmob wurde fast nicht genutzt. Der Laichvorgang endete um 16 Uhr.

Corydoras sp. C121

Es bleibt die Frage, was den Laichvorgang tatsächlich auslöste. Die Wasserwerte, Temperatur (25°C), Strömung etc. wurden über 2 Monate nicht geändert. Was eventuell der Auslöser war: es gab in der Woche zuvor viel Lebendfutter, und um diese Jahreszeit scheint morgens die Sonne in das Aquarium. Vielleicht lag es auch einfach nur an der Jahreszeit.



Aufzucht

Die Eier wurden in einen Einhängekasten mit eingebautem Mini-HHMF überführt. Etwa die Hälfte der Eier war befruchtet, und insgesamt schwammen nach 5 Tagen 11 Jungfische in dem Kasten. Nach ca. 1 Woche starben 3 Stück innerhalb von 2 Tagen ohne erkennbare Gründe, der Rest wuchs auf. Ab jetzt laichten die Eltern ca. alle 10-14 Tage ab, die Befruchtungsrate stieg auf 90%. Die Anzahl der Eier stieg ebenfalls, jetzt waren es bis zu 40 Stück. Die Sterblichkeit der Jungfische jedoch blieb, immer nach ca. 1 Woche starben etwa ein Viertel der Jungfische. Den Grund habe ich bis heute nicht herausgefunden, Bodengrund, starke Belüftung oder Erlenzäpfchen brachten keine Änderung. Inzwischen akzeptiere ich diese Sterblichkeit, auch so gelang es immerhin etwa 120 Jungfische aufzuziehen. Seit Ende Februar erfolgte kein Laichvorgang mehr.

Bei den Nachzuchttieren ist festzustellen, dass alle Tiere wie die Eltern die transparente Knochenplatte besitzen. Es ist also genetisch bedingt und nicht auf Umweltschäden o.ä. zurückzuführen.