Apistogramma

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Allgemeines

Die Gattung Apistogramma umfasst viele kleinbleibende Arten von Cichliden, deren Verbreitung ausschließlich in Südamerika liegt. Die einzelnen Arten unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander, doch gibt es auch viele Gemeinsamkeiten.



Ein Aquarium für Apistogramma

Das Aquarium für Apistogramma sollte vor allem stark strukturiert sein. Hierfür eignen sich Wurzeln, Kokosnussschalen, Steine, Pflanzen, Laub usw. Da die Tiere gerne den Bodengrund durchkauen, sollte auf diesen nicht verzichtet werden, es empfiehlt sich feinkörniger gerundeter Kies oder Sand. Auch die Größe sollte nicht zu klein gewählt werden. Für ein Paar ist 60x30cm als Grundfläche durchaus passend, es sollte dann aber ein weiteres Becken bereit stehen, falls das Paar einen zu heftigen Streit austrägt und der unterlegene Partner in Sicherheit gebracht werden muss. Die Höhe des Beckens ist zweitrangig, 30cm sind vollkommen ausreichend.

Eunotus fight

Damit die Tiere zur Nachzucht schreiten, sollten Ihnen passende Höhlen bereitgestellt werden. Es eignen sich halbe Kokosnüsse mit gebohrten Eingangslöchern, Höhlen aus Ton oder Steinen, auch in Laubhaufen gibt es Brutmöglichkeiten. Es reicht vollkommen aus, wenn das Weibchen durch den Eingang der Höhle passt, das Männchen erledigt seinen Job auch von ausserhalb ...



Das passende Wasser

Nicht alle Apistogramma stammen aus dem gleichen Gewässertyp. Viele Arten stammen aus härtefreien Schwarzwasserbiotopen, Ihnen sollte ein möglichst weiches und saures Wasser geboten werden. Andere Arten stammen aus deutlich härteren, teils leicht alkalischen Gewässern und können vielfach auch in Leitungswasser gepflegt und vermehrt werden. Es ist daher empfehlenswert, sich zu informieren, welche Wasserwerte die Art in der Natur bevorzugt.

Die vielfach sauren und weichen Gewässer der Heimat unserer Pfleglinge sind sehr keimarm. Dies sollten wir versuchen, auch in unseren Aquarien zu erreichen, da Apistogramma sehr empfindlich auf hohe Keimdichte, ausgelöst durch mangelnde Beckenhygiene, reagieren. Hierfür bietet sich an, das Wasser mit Erlenzäpfchen oder Torf anzusäuern. Viele erfahrene professionelle Züchter verwenden auch mineralische Säuren wie Salzsäure, Phosphosäure oder Schwefelsäure. Persönlich habe mich noch nicht getraut, mit diesen Säuren zu arbeiten. Ich verwende eine Umkehrosmose-Anlage, um weiches Wasser herzustellen.

Häufige Wasserwechsel sind für die erfolgreiche Pflege unumgänglich.



Futter

Die Qualität des Futters ist nach Aquariengestaltung und Wasserqualität die dritte wichtige Säule für die erfolgreiche Haltung und Vermehrung von Apistogramma. Zwergbuntbarsche sind Jäger, Lebendfutter wird eindeutig bevorzugt. Sehr gut sind Cyclops und weiße Mückenlarven, Wurmfutter sollte wegen des hohen Fettgehaltes nicht so häufig gegeben werden. Bei roten Mückenlarven scheiden sich die Geister, viele halten diese für ungeeignet. Da ich selbst allergisch auf dieses Futter reagiere, füttere ich es sowieso nicht.

An zweiter Stelle steht Frostfutter. Hier ist vor allem auf gute Qualität zu achten, die im Handel angebotene Ware ist diesbezüglich sehr unterschiedlich. Selbst hergestelltes Frostfutter aus dem Überschuss der letzten Tümpeltour ist natürlich optimal.

Trockenfutter wird - wenn überhaupt - nicht so gern genommen. Es gibt einige hochwertige Futtersorten, die ich den Zwergen geben kann. Eine ausschließliche Fütterung mit Trockenfutter ist m.E. ungeeignet.

Speziell für die Aufzucht von kleinen Apistogramma eignet sich frisch geschlüpfte Artemia, die die Kleinen gleich nach dem Freischwimmen bewältigen können. Weiterhin steht fein gesiebtes Tümpelfutter (wie z.B. Cyclopsnauplien) auf dem Speiseplan. Futter ohne Eigenbewegung wird nur sehr schlecht genommen.



Weitere Vergesellschaftung

Der weitere Besatz in einem Aquarium mit Apistogramma will gut gewählt sein. Stress für die Apistogramma sollte vermieden werden, da dieser leicht mit bakteriellen Infektionen beantwortet wird. Ein paar Beispiele für Vergesellschaftungen. dei problematisch sein können:

Panzerwelse bewohnen die gleiche Wasserregion und kennen keine Reviere.

Wenn Harnischwelse in eine Welshöhle eindringen, in der ein Apistogramma-Weibchen brütet, wird dieses einfach erdrückt.

Salmler sind rechte Räuber und sorgen dafür, dass der Nachwuchs reduziert wird.

Garnelen - zumindest deren Nachwuchs - ist eine willkommene Abwechslung des Speiseplans unserer Lieblinge.

Bei ausreichender Strukturierung, großer Grundfläche und geringer Besatzdichte findet sich natürlich immer eine Lösung.